Seit der Ankündigung von Matt Cutts wartete die SEO-Szene gespannt auf die Umsetzung bzw. die Auswirkungen des vieldiskutierten Google Pinguin Updates 2.0.

Nun ist ein Monat vergangen, HEWO Internetmarketing hat bei drei Experten nachgefragt, ob es Grund zur Sorge gibt, und wie Google ihrer Meinung nach zukünftig vorgehen wird.

Harald Tschuggnall / MEDIABASE GmbH

Wie beurteilen Sie das Update?

Das Penguin 2.0 Update hat definitiv in einigen Märkten die SRPs ganz schön durcheinander gebracht!

Dass die Qualität der Suchergebnisse durch Penguin 2.0 besser geworden ist, würde ich nicht gerade behaupten – da muss Google wohl noch am Algorithmus feilen. Generell sehe ich deutlich mehr Projekte, die vom Panda-Update erwischt worden sind.

Welche Auswirkungen des Penguin 2.0 Updates auf Ihre Projekte konnten Sie feststellen?

Bei den meisten Projekten, die wir betreuen, haben wir positive Veränderungen nach dem Release von Penguin 2.0 beobachten können.

Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass wir sehr großen Wert auf ein natürliches Linkprofil legen! So analysieren wir vor dem Linkaufbau jedes Keyword einzeln mit Hilfe der LinkResearchTools (wir vergleichen es also mit den Mitbewerbern), um eine Überoptimierung des jeweiligen Keywords zu vermeiden und somit ein natürliches Linkprofil zu erzeugen.

Worauf muss sich die SEO-Szene zukünftig einstellen?

Leider ist es immer noch an der Tagesordnung Linkaufbau zu betreiben, ohne überhaupt die aktuellen Keyword-Ratios zu kennen. Ich persönlich halte dies für grob fahrlässig! Diese Vorgehensweise kann für das Unternehmen des Kunden fatale Folgen haben, wenn dieser die Rankings für sein Hauptkeyword verliert! Vor allem für Unternehmen, die Ihre Produkte hauptsächlich über das Internet verkaufen (z.B. Online-Shops) kann dies praktisch den Ruin bedeuten.

Spätestens nach Penguin 2.0 sollte einem jeden SEO klar sein, dass es extrem wichtig ist, ein ausgeglichenes Linkprofil zu haben. Dies impliziert nicht nur ein ausgeglichenes Keyword-Verhältnis sondern auch andere Metriken wie Power und Trust sollten stets im Auge behalten werden. Die Themenrelevanz, das Linkwachstum usw. spielen ebenfalls eine sehr große Rolle!

Ich habe mich mit einigen Penguin-Opfern intensiv auseinandergesetzt und dazu auch eine Case Study veröffentlicht, in der man sehen kann, wo die Ursachen für den Rankingverlust liegen und was man beim Optimieren beachten muss (http://www.linkresearchtools.com/case-studies/penguin-2-0-analysis-cheapoair/).

Noch etwas zum Thema „Content is King“: Guter Content ist essentiell, allerdings ist er nahezu wertlos (in dem Sinne, dass er euch nicht vor Penguin & Co. schützt), solltet ihr ein völlig unnatürliches Linkprofil haben.

Pascal Landau / MySEOSolution

Wie beurteilen Sie das Update?

Insgesamt weit weniger einschlagend als angenommen (wesentlich geringer als Penguin 1.0). Allerdings ist auch jetzt noch eine hohe Fluktuation in den SERPs zu erkennen, so dass ich keine voreiligen Schlüsse ziehen möchte.

Welche Auswirkungen des Penguin 2.0 Updates auf Ihre Projekte konnten Sie feststellen?

Gar keine. Es gab jedoch eine Woche vor dem Update einige Veränderungen, bei denen zuvor abgestrafte Seiten langsam wieder an Rankings gewonnen haben. Das würde ich jedoch nicht mit dem Pinguin 2.0 in Verbindung bringen.

Worauf muss sich die SEO-Szene zukünftig einstellen?

Nichts Neues: Linknetzwerke werden immer gefährlicher und leicht zu bekommende Links immer weniger wert. Das ist jedoch keine explizite Auswirkung des Pinguin-Updates sondern ein genereller Trend im SEO.

Klaus Arent / UNITO Versand und Dienstleistungen GmbH

Wie beurteilen Sie das Update?

Wie die meisten großen Updates, wurden auch dieses mal die SERPs etwas aufgemischt. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass es weniger Auswirkungen hatte als ein Panda- oder Pinguin 1 Update.

Welche Auswirkungen haben Sie bei Ihren Projekten festgestellt?

Leider hat es die meisten unserer Shops hart getroffen, was ganz klar auf ein schlechtes Linkprofil zurückzuführen ist. Wir waren nicht in der Lage, die Massen an schlechten Links die seit mehreren Jahren von „schnell Geld machenden“ Dienstleistern aufgebaut wurden, in der Zeit seit die SEO Abteilung gegründet wurde, abzubauen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir schon bald ein sauberes Linkprofil haben und auch Google uns wieder mit offenen Armen willkommen heißen wird. Das soll jetzt nicht heißen, dass wir deindexiert wurden, aber zumindest haben wir sehr gute Rankings verloren und das bei fast allen Shops. Andere, private Projekte von mir, haben jedoch von dem Update profitiert.

Worauf muss sich die SEO Szene zukünftig einstellen?

Seit Jahren ist der Weg eigentlich klar vorgezeichnet. Google will geilen Content und geile Links. Wer das immer noch nicht verstanden hat, wird über kurz oder lang vom Markt verschwinden und dass ist auch gut so. Bisher war es so, dass alle, die im Internet unterwegs waren, SEOs gehasst haben, weil sie spammen, faken und eigentlich nur Mist bauen. In Zukunft wird SEO = Content bedeuten. Dank dem Thema Content Marketing und Leuten wie Karl Kratz.

Leute, gebt Geld aus, baut geile Seiten, investiert in geilen Content und dann werdet ihr ranken und auch die Links werden (fast) von alleine kommen.

Mein Fazit der Experten-Statements:

Wie so oft finden angekündigte Revolutionen nicht statt. Klar scheint, dass Google auch weiterhin alles unternehmen will um die Qualität seiner Suchergebnisse im Sinne der Kundenzufriedenheit zu verbessern.

Das von Pessimisten immer wieder heraufbeschworene Ende der Suchmaschinenoptimierung erscheint im Sinne von Mark Twains berühmten Zitat: „Der Bericht über meinen Tod wurde stark übertrieben“ jedoch nicht in Sicht.