In diesem Hangout erfährst du, wie eine Keywordrecherche funktioniert und wie du die richtigen Keywords in deinem Unternehmen richtig einsetzen solltest.

Über diese Themen sprechen sprechen wir:

  • Warum sind Keywords wichtig?
  • Wie findet man die ‘richtigen’ Keywords?
  • Der Mythos des Keyword-Eintragens
  • Was sind Long-Tail Keywords?
  • Was ist Keyword-Dichte?
  • uvm.

Es diskutieren:

  • Stefanie Hennen – Unsere Expertin recherchiert und analysiert Keywords für viele unserer Kunden und stellt sicher, dass Keywords mit dem besten Suchvolumen innerhalb von Webseiten-Inhalten an der richtigen Stelle positioniert sind.
  • Hendrik Henze – Hat die HEWO Internetmarketing vor 6 Jahren gegründet, begeistert sich seit seiner Schulzeit für Websites & SEO.

Du hast weitere Fragen?
Dann nutze unsere Kommentarfunktion!

Hangout verpasst?
Alle bisherigen Hangouts findest du hier: Hangouts

 

Die wichtigsten Fakten zum Thema Keywords

 

Die Grundlagen:

Warum sind Keywords wichtig, oder: Sind Keywords immer noch von Bedeutung?

Wer eine Website betreibt, wünscht sich Besucher – idealerweise nicht nur Menschen, die die Website kennen und deren Adresse gezielt in den Browser tippen, sondern auch all diejenigen, die bei Google & Co. nach Seiten wie Ihrer suchen.

Keywords sind von den Nutzern eingegebene Suchbegriffe bzw. Begriffskombinationen, denen Google anhand komplexer Algorithmen möglichst passende Suchergebnisse zuordnet.

Websites, die auf der ersten Seite der natürlichen Suchergebnisse (SERP) erscheinen, erhalten den meisten Traffic. Um möglichst viele, interessierte Nutzer auf Ihre Website zu leiten, gilt es also, für ausgewählte Keywords eine möglichst gute Platzierung in den SERP zu erlangen.

Die Auswahl der Keywords für deine Website definiert mit welchen Suchbegriffen du gefunden werden möchtest, ergo für welche Begriffe du deine Website optimieren solltest, um tatsächlich gefunden zu werden.

Die Keyword-Recherche legt die Basis für viele weitere SEO-Maßnahmen und hat damit einen entscheidenden Anteil an deinem Online-Erfolg. Wenn du deine Seite für die ‘richtigen’ Keywords optimierst,

  • verbesserst du deine Position in den SERP
  • steigerst du deine Besucherzahlen
  • steigerst du deine Konversionsrate (d.h. die Zahl der erfolgreichen Transaktionen – typischerweise Geschäftsabschlüsse).

Wenn du die ‘falschen’ Keywords wählst, sprichst du dagegen nur wenige oder die falschen Nutzer an, hast niedrige Besucherzahlen und/oder hohe Absprungraten und dementsprechend wenige erfolgreiche Transaktionen.

Wie findet man die ‘richtigen’ Keywords?

Der Prozess der Suche und Auswahl der ‘richtigen’ Keywords wird als Keyword-Recherche (engl. keyword research) bezeichnet.

  • Sammeln: Beginne damit, möglichst viele Keywords zu sammeln, die dein Angebot aus verschiedenen Perspektiven beschreiben. Nützliche Techniken und Tools stellen wir im nächsten Abschnitt vor.
  • Bewerten: Im zweiten Schritt werden die gesammelten Keywords bewertet, um herauszufinden, welche Keywords am geeignetsten – sowohl für deine Website insgesamt wie auch die einzelnen Unterseiten. Mehr zu relevanten Tools und Bewertungskriterien im nächsten Abschnitt.
  • Auswählen: Abschließend wird festgelegt, auf welche Keywords sich die Optimierungsmaßnahmen konzentrieren sollen (ggf. inkl. Zeitplan).

Der Mythos des Keyword-Eintragens

Ein häufiges Missverständnis ist es, dass man die richtigen Keywords nur „an der richtigen Stelle eintragen“ müsse, um eine gute SERP-Platzierung zu erreichen. Gemeint sind damit die Meta-Tags der Website: Hier kannst du Title, Description und eben Keywords eingeben.

Natürlich solltest du hier gute Seitentitel, Beschreibungen und Keywords eintragen – doch das ist nur der allererste Schritt der Optimierung. Viel wichtiger ist, dass die eigentlichen Inhalte der jeweiligen Seite deren Relevanz für das entsprechende Keyword reflektieren.

Was sind Long-Tail Keywords?

Der Begriff ‘Keyword’ ist im Grunde missverständlich: Suchanfragen beschränken sich nur selten auf ein einziges Wort, in 70% der Fälle geben die Nutzer zwei oder mehr Begriffe ins Suchfeld ein, um möglichst passende Ergebnisse zu erhalten.

Im SEO-Fachjargon unterscheidet man daher nach der Länge des Suchbegriffs in:

  • Short-Tail Keywords: 1-2 Begriffe, Hauptbegriff + max. ein Attribut, bspw. “Schuhe”, “Damenschuhe”, “Schuhe Damen”. Sie bringen zwar viel Traffic, sind aber auch extrem umkämpft.
  • Medium-Tail Keywords: 3-4 Wörter, Hauptbegriff + 2-3 Attribute, bspw. “Damenschuhe preiswert blau” oder “silberne Schuhe zum Abendkleid”. Hier ist schon eine recht präzise Beschreibung des Suchziels möglich – und aus SEO-Sicht bieten sich hier gute Optimierungschancen.
  • Long-Tail Keywords: > 4 Wörter, häufig ganze Sätze, bspw. “Welche Schuhe trägt man zum langen Abendkleid?”. Hier ist das Suchvolumen meist gering, doch ein gutes Ranking für mehrere dieser Fragen kann große Erfolge bringen.
  • Medium- und Long-Tail Keyword sind vor allem für die Spätphase des Kaufzyklus typisch: Ein Nutzer, der bereits eine genaue Vorstellung von dem gewünschten Angebot hat, wird seine Suchanfrage in der Regel recht präzise formulieren.

Was ist Keyword-Dichte, ab wann spricht man vom ‘Keyword-Stuffing’ und warum ist auch WDF*IDF nicht der Weisheit letzter Schluss?

Die Keyword-Dichte beschreibt, wie häufig ein bestimmtes Keyword im Text der Seite erscheint. Keywords, die häufiger erscheinen als andere, sind – so die Logik natürlicher Texte – wichtiger als andere, die nur selten oder gar nicht erscheinen.

In diesem Text erscheint das Word „Keyword“ in verschiedensten Kombinationen ganze 148 Mal – das ist natürlich ein Relevanzsignal!

Googles Algorithmen sind mittlerweile jedoch sehr ausgefeilt und so gilt auch hier: Klasse vor Masse! Wird ein Keyword zu häufig verwendet, spricht man vom sog. Keyword-Stuffing: Mit diesem Begriff bezeichnet man einen Text, der mit Keywords ‘vollgestopft’ ist. Klassisches Beispiel aus den Kinderjahren der SEO:

“Möchten Sie eine Waschmaschine kaufen? Bei uns sind alle, die günstig Waschmaschine kaufen möchten goldrichtig! Hier finden Sie alle Infos über Waschmaschine kaufen …”

Derartige Texte sind offensichtlich nur (wenn auch schlecht) auf die Crawler zugeschnitten, sie erscheinen jedoch nicht nur dem menschlichen Leser unsinnig, sondern werden auch von Google als minderwertig erkannt.

Das heißt im Klartext, dass eine Webseite, deren Inhalt aus nichts als der tausendfachen Wiederholung des Begriffs „Keyword“ besteht, natürlich NICHT relevanter ist als dieser Text, der tatsächlich viele wertvolle Informationen rund um diesen Begriff bietet 😉

Ein erster Maßstab für eine „angemessene“ Keyword-Dichte ist die WDF*IDF-Formel:

  • Within Document Frequency: Der WDF-Teil vergleicht zunächst die Häufigkeit, mit der ein Keyword in Text X auftaucht, mit der Häufigkeit des Keywords in anderen Texten zu diesem Thema
  • Inverse Document Frequency: Der IDF-Teil bildet ein Korrektiv und setzt die Zahl der Texte zu diesem Thema ins Verhältnis zur Zahl aller bekannten Texte.

Die WDF*IDF-Formel kann die semantische Optimierung von Texten zwar unterstützen und sicherstellen, dass alle relevanten Keywords in angemessener Häufigkeit vorkommen. Sie ist jedoch kein Universalrezept:

Zum einen ist diese Art der Onpage-Optimierung nicht für jeden Seitentyp geeignet, zum anderen analysiert Google weitaus mehr Faktoren als allein die Keyword-Verteilung – u.a. die Strukturierung des Texts mit Überschriften.

Maßzahlen wie Keyword-Dichte und WDF*IDF können daher lediglich zur Überprüfung und ggf. Nachoptimierung gut recherchierter, übersichtlich strukturierter und zielgruppengerecht formulierter Texte dienen.

Keywordrecherche und Keywordanalyse – eine kurze Anleitung

Keywords finden

Brainstorming & Befragungen

Beginne am besten mit einem Brainstorming und lade auch die Marketing- und Unternehmensstrategie-Experten deiner Firma dazu ein! Notiere Substantive – Oberbegriffe und Unterbegriffe, Adjektive, Phrasen und Fragesätze, die Ihr Angebot beschreiben: Was charakterisiert dein Unternehmen, was ist das Ziel deiner Website? Notiere:

  • Markenbegriffe
  • Produktbegriffe
  • Produktsubstitute
  • ergänzende Produkte
  • Einsatzmöglichkeiten / Nutzerfragen

Ein Waschmaschinen-Hersteller könnte bspw. folgende Keywords notieren:

  • WaschMax, WaschMax 1000, WaschMax 1000öko
  • Waschmaschine, Waschvollautomat, Waschautomat, Waschmaschiene (sic!), Waschmaschine stromsparend, Waschmaschine mit Trockner, Waschmaschine 60cm breit …
  • Waschsalon, Reinigung, Wäscheservice…
  • Waschmittel, Entkalker, Waschpulver, Flüssigwaschmittel…
  • Wie wasche ich Seidenhemden? Flusensieb Waschmaschine, Welches Waschmittel für hartes Wasser? Waschmaschine weiße Flecken auf der Wäsche

Beginne mit den unternehmensinternen Vokabeln und wechsel dann bewusst in die Nutzerperspektive: Verwenden diese dieselben Begriffe wie du? Oder sind aus Nutzersicht vielleicht ganz andere Suchbegriffe und Formulierungen relevant?

Noch besser, als sich gedanklich in die Nutzer hineinzuversetzen, ist es, diese direkt zu befragen: Denkbar sind hier sowohl eigens durchgeführte Kundenbefragungen wie auch der Rückgriff auf Marktforschungsdaten.

Google Suggest

Google Suggest ist der Name der automatischen Textvervollständigung von Google. Sobald im Suchfeld die ersten Zeichen eingetragen werden, werden in einem Dropdown-Feld mögliche Vervollständigungen eingeblendet.

Die Vorschläge beruhen auf den häufigsten Suchanfragen. Sie geben dir also einen ersten Hinweis, was die Nutzer interessiert und welche Themen du daher auf deiner Website aufgreifen solltest!

Das Tool Ubersuggest sammelt die Vorschläge aus Google Suggest und bietet sie in einer übersichtlichen Darstellung an. Noch hilfreicher ist KeywordIO.

Keyword-Tools bzw. Keyword-Suggestion-Tools

Einen strukturierteren Überblick bieten Keyword-Tools. Hier gibt es auch zahlreiche kostenlose Angebote, die helfen, deine Brainstorming-Liste zu erweitern. So ergeben sich oft weitere Keywords, die

  • weniger umkämpft sind (=bei denen bereits ein geringer Optimierungsaufwand gute Ergebnisse erreicht) und/oder eine bessere Konversionsrate haben, als deine aktuellen Keywords.
  • im Laufe der Zeit an Bedeutung gewonnen haben – Nutzer lernen dazu, verändern ihre Präferenzen und werden durch aktuelle Entwicklungen beeinflusst; dementsprechend verändern sich auch die Suchmuster!
  • dir & deinen Kollegen selbst nie in den Sinn gekommen wären – es ist nun einmal schwer, die Anbietersicht abzustreifen!

Konkurrenzanalyse

Wichtig ist auch zu wissen, mit welchen Keywords deine Mitbewerber gefunden werden, oder anders gesagt: Welche Keywords besonders stark umkämpft sind.

Je stärker umkämpft ein Begriff ist, desto schwieriger und somit aufwändiger sind die nötigen Optimierungsmaßnahmen, um ein gutes Ranking zu erzielen. Welche Keywords “erreichbar” sind, hängt dabei von der Größe der Website, der dahinterstehenden SEO-Expertise und nicht zuletzt dem verfügbaren Budget ab.

Empfehlenswerte Tools zur Keyword-Recherche gibt es von:

Zudem kannst du auch davon ausgehen, dass Themen, die viele deiner Mitbewerber aufgreifen und in ausführlichen Texten, Grafiken oder Videos behandeln, auf häufige Kundeninteressen zugeschnitten sind. Daher sollten auch du diese Themen behandeln – nach Möglichkeit natürlich noch besser und umfangreicher als die Konkurrenz!

Keywords bewerten

Nach den bisherigen Schritten dürftest du eine reichlich lange Liste von Keywords vor dir haben. Um den Überblick zu behalten, eignet sich ein Tabellenverarbeitungsprogramm – hier kannst du die Daten schnell sortieren und durch geeignete Einträge gruppieren.

Nach Thema

Scrolle durch die Einträge, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für Begriffe sich ergeben haben. Gehe dann systematisch durch und notiere dir in einer “Thema”-Spalte, worauf sich das jeweilige Keyword bezieht.

Der obig erwähnte Waschmaschinen-Hersteller könnte bspw. nach folgenden Themen gruppieren:

  • Energieeffizienz (Waschmaschine stromsparend, Stromverbrauch Kochwäsche…)
  • Wäschepflege (Wie wasche ich… Welches Waschmittel… Weiße Flecken…)
  • Reparaturen/Troubleshooting (Waschmaschine Tür klemmt, Flusensieb Waschmaschine…)

Nach Suchvolumen

Das Suchvolumen gibt an, wie oft pro Monat nach dem Keyword (also einem Begriff bzw. einer Begriffskombination) gesucht wird.

Je beliebter der Begriff, desto größer ist die Zahl der potentiellen Seitenbesucher – und desto umkämpfter ist er normalerweise.

Nach Nische

Keywords mit hohem Suchvolumen, aber geringem Wettbewerb sind eine großartige Gelegenheit, das eigene Unternehmen vorteilhaft zu positionieren.

Keywordarten

Interessant für die Auswahl der Keywords ist auch deren Kategorisierung nach der dahinterstehenden Nutzerintention. Analysiere daher, welches Ziel ein Nutzer typischerweise verfolgt, wenn er diesen oder jenen Begriff in die Google-Suchzeile tippt:

Folgen ruhig deinem gesunden Menschenverstand: Was würdest DU hinter dem Keyword vermuten?

Orientiere dich an Googles Suchergebnissen: Wenn die ersten Ergebnisseiten für das Keyword alles Online-Shops sind, wertet Google dieses offenbar als transaktionsbezogenes Keyword (s.u.). und vermutet eine Kaufintention der User. Allerdings bemüht sich Google mittlerweile vermehrt, gerade bei Short-Tail Keywords verschiedene denkbare Intentionen abzudecken.

Informationsbezogene Keywords

Bei diesen Suchanfragen möchte sich der Nutzer informieren: Er möchte mehr über ein bestimmtes Thema/Produkt erfahren und sucht gut aufbereitete Informationen. Die Suche startet möglicherweise aus einem generellen Interesse heraus (um eine soeben aufgetauchte Sachfrage zu klären), häufig aber auch in Vorbereitung auf eine spätere Aktivität, bspw. eine Kaufentscheidung.

Typische Informationsbegriffe sind Short-Tail Keywords oder W-Fragen:

  • “Schuhe” -> Tja, die alten sind durch. Könnt ich ja online mal nach neuen gucken…
  • “Welche Schuhe sind 2017 trendy?”
  • “Welche Schuhe zum schwarzen Anzug?”
  • “Womit kombiniert man Oxford-Schuhe?”
  • “Wie werden Joggingschuhe korrekt geschnürt?”

Navigationsbezogene Keywords

Hier dient die Google-Suche einfach dazu, eine bestimmte Website zu finden. Schließlich merkt sich nicht jeder die vollständige URL bzw. weiß, welche Top-Level-Domain zum Markenshop seiner Lieblingsfirma führt.

(Deutsche Fans von ecco-Schuhen beispielsweise liegen mit ecco.de falsch – richtig wäre ecco.com, das dann beim Aufruf automatisch auf die korrekte Landesseite schaltet.)

Typische Navigationsbegriffe sind:

  • Name der Firma bzw. Organisation (gern auch näherungsweise)
  • Markenname
  • aktueller Slogan von Werbeaktionen oder Kampagnen
  • Umschreibung (hier, na diese Sportfirma, die mit den drei Streifen – kein Problem für Google!)

Apropos Umschreiben und Falschschreiben – wirst du regelmäßig falsch geschrieben? Dann solltest du deine Nutzer auch vom fehlerhaften Keyword abholen!

Recherchebezogene Keywords

Dies klingt auf den ersten Blick vielleicht ähnlich wie“ Information bezogen“, doch ist die Recherche zielgerichteter: Nutzer suchen bspw. häufig nach Erfahrungsberichten zu bestimmten Produkten oder Anbietern.

Typische Suchbegriffe sind hier *Produkt* + Erfahrungen / Bewertungen / Rezension / Vergleich.

Transaktionsbezogene Keywords

Transaktionskeywords deuten darauf hin, dass der Nutzer konkret vorhat, die von Ihrer Website angestrebte Transaktion durchzuführen. Er sucht also bspw. nach einem Online-Shop, um seine Kaufabsicht zu verwirklichen oder nach einem geeigneten Geschäftspartner, der ihm ein maßgeschneidertes Dienstleistungspaket schnüren kann.

Transaktionskeywords mit hinreichend hohem Suchvolumen gehören zu den am stärksten umkämpftesten Suchbegriffen. Sie werden auch als ‚Money Keywords‘ bezeichnet, da ein gutes Ranking der eigenen Website für einen solchen Begriff die Umsätze spürbar steigen lässt! Typische Suchbegriffe sind:

  • *Produkt* kaufen
  • *Produkt* preiswert
  • *Produkt* Onlineshop

Youtube-Keywords und Amazon-Keywords

Interessant sind nicht nur Keywords, die in die Google-Suchzeile eingegeben werden, sondern auch Suchanfragen auf anderen Plattformen.

  • Die besondere Attraktivität von Amazon-Suchen liegt darin, dass die Nutzer die Seite recht gezielt aufsuchen, wenn sie etwas kaufen wollen. Die hier gesuchten Keywords sind also überwiegend transaktionsbezogen und daher besonders attraktiv. Wenn du deine Produkte bei Amazon anbietest, lohnt es daher, deine Produktbeschreibungen dahingehend zu optimieren.
  • Interessant sind auch Literatursuchen auf Amazon: Behalte alles im Auge, was mit deiner Branche und deinen Produkten zu tun hat – und was ggf. in den nächsten 2-4 Wochen zu einem neuen Trend in den Google-Suchen führen könnte.
  • Auf Youtube dagegen suchen die Nutzer eher nach Anleitungen und Demo-Videos vom Unboxing bis hin zu Einsatz- oder Kombinationshinweisen. Ebenso beliebt sind Bewertungen oder Produkttests (insb. von beliebten YouTube-Stars) und auch ganz simpel Entertainment rund um das Produkt oder die Marke.

Wenn es für dein Unternehmen sinnvoll und machbar ist, sollten also auch YouTube-Suchanfragen mit entsprechenden Inhalten (Videos, gern mit Verweis auf Ihre Website!) bedient werden.

Keyword Analyse

Keywords bewerten: Wie wertvoll ist das Keyword für meine Webseite? / Was ist das Keyword wert?(https://moz.com/beginners-guide-to-seo/keyword-research )

Es ist genau genommen unmöglich, den website-spezifischen Wert einzelner Keywords genau zu bestimmen: Kein SEO-Guru kann Ihnen versprechen, dass eine Ranking-Verbesserung für Keyword X von Platz 13 auf Platz 3 der SERP einen Umsatzzuwachs von xx,xx € erbringt.

Es ist jedoch durchaus möglich, sich in einem repetitiven Prozess von Analysen, Hypothesen und Tests an eine näherungsweise Antwort heranzutasten:

  • Wie relevant ist das Keyword für Ihr Angebot?
  • Wie wahrscheinlich wird es in einer Transaktion münden?
  • Wie umkämpft ist es? Wie viele Anzeigen erscheinen über den organischen Suchergebnissen, d.h. für wie wertvoll halten es Ihre Mitbewerber?
  • Wie hoch ist die Konversionsrate? Greifen Sie hier auf Erfahrungswerte zurück oder starten Sie eine AdWords-Testaktion.

Kalkulieren und vergleichen Sie die Erfolgsraten der getesteten Keywords (Clicks, Conversion, € per Visitor).

Sind die Top-Ergebnisse für dieses Keyword meiner Seite ähnlich?

Der Wert eines Keywords lässt sich auch mit Blick auf den Wettbewerb bestimmen: Prüfe die Top-Ergebnisse für bestimmte Suchbegriffe und vergleich die Zielseiten mit deinem eigenen Angebot. Bei einer weitgehenden Übereinstimmung kannst du davon ausgehen, dass du die Erwartungen der Nutzer zu diesem Keyword triffst.

Wenn es sich um direkte Konkurrenten mit einem weitgehend gleichen oder sehr ähnlichen Angebot handelt, wäre das auch für dich ein wichtiges Keyword.

Konvertiert das Keyword? (Test über Adwords)

Die Qualität eines Keywords liegt nicht nur darin, die Benutzer auf die Seite zu holen, sondern auch darin, ob der Besuch in die gewünschte Transaktion mündet.

Ein guter Test hierfür sind die erzielten Konversionsraten bei früheren AdWord-Kampagnen: Haben Leute, die auf eine Anzeige mit einem bestimmten Keyword geklickt haben, auch einen Kauf durchgeführt (oder Infomaterial heruntergeladen etc. – je nach Ziel Ihrer Website)?

Keywords, die gut konvertieren, sind auch bei geringeren Suchvolumen interessant!

Welche Möglichkeiten habe ich, um für das Keyword nach vorne zu kommen?

Inhalt! Inhalt! Inhalt!

Wer für ein bestimmtes Keyword eine gute Platzierung in den SERP anstrebt, muss auf seiner Website die Inhalte bereitstellen, die für eben dieses Keyword relevant sind.

Eintragungen

Um sich im Netz als Experte in seiner Branche zu positionieren, sollten sich Unternehmen auch in relevanten Branchenbüchern, Gelben Seiten etc. eintragen. Dazu sollten sie unbedingt auch einen Google Business-Account erstellen.

Werbung

Wenn es gilt, dein Unternehmen online optimal zu positionieren, sollten SEO und SEM Hand in Hand gehen. Suchmaschinenmarketing, d.h. das gezielte Schalten von Anzeigen, lohnt insbesondere für ‘Money Keywords’, die gute Konversionsraten versprechen.

Google AdWords sind hier das Mittel der Wahl für die meisten Unternehmen.

Welche und wie viele Keywords über AdWords ‘gepusht’ werden sollen, hängt ab von:

  • deinen Zielen (wer den Wettbewerb bestmöglich ausbooten will, sollte immer beide Kanäle – SEO & SEM – bespielen)
  • deinem Finanzbudget
  • deinem Zeitbudget (eine Verbesserung des organischen Rankings ist zeitaufwändig, insb. wenn es erst eine Seitenautorität aufzubauen gilt)

Places

Lokale Unternehmen sollten den schon erwähnten Google Business-Account auch deshalb erstellen, um bei Suchanfragen auf Google Maps gefunden zu werden. Wichtig: vollständige Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten!

Der Waschmaschinen-Hersteller sollte also sowohl seinen zentralen Flagship-Store wie auch die lokalen Fachgeschäfte oder Reparatur-Center seines Unternehmens entsprechend eintragen, um bei Suchanfragen nach “Waschmaschine kaufen Stadt-Stadtteil” oder “Nearby”-Suchen direkt in der Kartenansicht gefunden zu werden!

Products

Eine weitere attraktive Position, die es zu erringen gilt, sind die Products-Listings von Google, die auf der Ergebnisseite unter der Überschrift “Shopping” gelistet werden. Untergliedert wird hier nach neuen Produkten, Preiskategorien, Marken und anderen produktspezifischen Kriterien.

Last but not least…

Schaue, welche Seiten für dein Keyword ganz vorn sind! Foren? Blogs? Dann solltest du dort entweder Bannerwerbung schalten oder versuchen, dort einen Beitrag zu platzieren!

Keyword Mapping

Seiten, Keywords und empfohlene Optimierung

Beim Keyword-Mapping geht es darum, die einzelnen Keywords den verschiedenen Unterseiten deiner Website zuzuordnen.

Grundlage hierfür bildet die Bewertung und Analyse der ermittelten Keywords: So sollten den informationsbezogenen Keywords passende Info-Seiten, den transaktionsbezogenen Keywords entsprechend die Seiten Ihres Webshops zugeordnet werden.

  • 1 URL <> mehrere Keywords? Selbstverständlich kann eine Unterseite auch für mehrere Keywords optimiert werden, um für verschiedene Suchanfragen gute Rankings zu erzielen. Üblich ist dabei insbesondere die Optimierung für thematisch verwandte Keywords derselben Art (bspw. Info-Keywords zu einem Themenkomplex).
  • mehrere URLs <> 1 Keyword? Dagegen solltest du nicht allzu viel Zeit darauf verwenden, mehrere Seiten für dasselbe Keyword(-Set) zu optimieren. Mehrere gut rankende eigene Seiten zu einem Keyword sind zwar möglich, doch ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis eher unvorteilhaft.

Dieses Keyword-Mapping bildet die Grundlage zur Erarbeitung der Optimierungsmaßnahmen:

  • Bei neuen Websites bietet die Strukturierung der Keywords die Grundlage für den Aufbau der Seite: Welche Themen gilt es in welcher Kategorisierung abzudecken?
  • Bei bestehenden Websites gilt es, die vorhandenen Seiten in die Struktur einzuordnen, deren Inhalte zu optimieren und ggf. neue Seiten/Inhalte für noch nicht abgedeckte Keywords zu erstellen.

Üblicherweise arbeitet man auch hier mit einer Tabelle, die die Struktur deiner Website zeilenweise abbildet und in den weiteren Spalten die zugeordneten Keywords sowie darauf basierende SEO-Empfehlungen festhält:

  • URL
  • zugeordnete Keywords
  • aktueller Title-Tag + empfohlene Veränderung
  • aktueller H1-Header + empfohlene Veränderung
  • aktuelle Meta-Description + empfohlene Veränderung
  • usw.

Wie priorisiere ich die Keywords?

Anschließend gilt es festzulegen, welche Keywords zuerst in den Blick genommen und welche später (oder erst in einer zweite Optimierungsrunde) bearbeitet werden.

Orientiere dich hierbei an wichtigen Kennzahlen und Erfahrungswerten:

Bedeutung für dein Unternehmen

Dieser Wert ist weitgehend subjektiv bzw. erfahrungsbasiert. Keywords, die direkt auf dein Unternehmensziel – bspw. den Verkauf von Waschmaschinen – abzielen (“Waschmaschine online kaufen”), sind natürlich wichtiger als informationsbezogene Keywords rund ums Thema Wäschewaschen.

  • Suchvolumen
  • Schwierigkeitsgrad / Wettbewerb
  • Click-Through-Rate (CTR) bzw. Klickrate

Keywords mit hoher Bedeutung, hohem Suchvolumen, hoher Click-Through-Rate und niedrigem Schwierigkeitsgrad sollten hohe Priorität erhalten.

Um aus den genannten Kennzahlen eine Priorisierung abzuleiten, kannst du deinen eigenen Algorithmus entwickeln oder auch auf Tools zurückgreifen, die dies für dich automatisiert erledigen:

  • KeywordTool.io
  • Keyword Explorer

Sonstige Fragen

Stimmt das Suchvolumen aus dem Keyword Planner?

Tools, die dich bei Keyword-Recherche und -Analyse unterstützen, ziehen die zugrundeliegenden Daten entweder direkt aus Google und ergänzen diese ggf. mit eigenen Analysen.

Eine 100-prozentige Genauigkeit sollte man nie erwarten, doch dies ist auch nicht nötig: Die Werte aus dem Keyword Planner bieten in der Mehrheit der Fälle verlässliche Richtwerte und bieten eine gute Grundlage für die Entscheidungsfindung!

Nach Erfahrung des HEWO-Teams gab es jedoch auch schon grobe ‘Fehlschätzungen’ dieses Tools: Verlasse dich also nie blind auf die angezeigten Werte, behalte deine eigenen Werte im Blick (bspw. AdWords) und prüfe auffällige Diskrepanzen (angeblich hohes Suchvolumen + gutes Ranking – aber nur wenige Klicks?) händisch nach.

Was bedeutet CTR? Mit welchen Click Through Rates kann ich rechnen?

Die Click-Through-Rate bzw. Klickrate gibt an, wie oft ein bestimmter Link von den Seitenbesuchern angeklickt wird. Sie berechnet sich als Quotient aus der Anzahl der Clicks geteilt durch die Anzahl der Seitenaufrufe x 100.

Eine CTR von 2,5% bedeutet also, dass der Link bei 1000 Seitenaufrufen 25x angeklickt wird.

Durchschnittswerte sind jeweils im Hinblick auf Medium und Inhalte/Keywords zu betrachten.

Besonders interessant ist natürlich die CTR von den SERP auf deine Seite: Während der Unterschied zwischen Platz 80 und Platz 60 minimal sein dürfte, ist dies bei der Platzierung auf Seite 1 schon relevant und daher lohnt der Aufstieg von Platz 8 auf Platz 1-3 ungemein.

Doch selbst auf Platz 1 der SERP gibt es keinen Garantiewert: Einige der HEWO-Kunden erreichen hier 80%, andere 20% CTR – andere schaffen die 20% auch auf Platz 4.

Verbessern lässt sich die CTR durch:

  • dedizierte Seiten mit maßgeschneiderten Inhalten für jede Suchintention
  • Rich Snippets
  • Qualitätssignale, bspw. Trust-Sternchen

Interessant zu wissen: Bei informativen Snippets heißt ein fehlender Klick auf deine Seite noch längst nicht, dass der Nutzer sie ignoriert. Wer bspw. nach der Telefonnummer eines Restaurants oder des Kundenservice deiner Firma sucht und diese schon in den Snippets angezeigt bekommt, ruft zumeist sofort an – ohne weiteren Click auf die Website! Das ist für den Nutzer zwar praktisch, kann Google aber falsche Signale senden. Wenn sich die geringere CTR negativ auf das Ranking auswirkt, ist es ggf. besser, die Telefonnummer nur auf der Website anzuzeigen.

Wie ist das Verhalten der User auf der Seite?

Auch nach dem erfolgreichen Klick gilt es die User weiter zu beobachten: Was tust du auf der Seite, welche Inhalte schaust du dir an, welche Interaktionen führst du durch?

Ein erster Indikator ist die Absprungrate: Wenn die Nutzer nur kurz auf die Seite schauen und dann – offenbar weil sie nicht das finden, was sie suchen – sofort wieder abspringen, solltest du die Passung von Keyword und Inhalten bzw. die Qualität der Inhalte überprüfen.

Interessant ist natürlich auch die Konversionsrate, also bei welchen Keyword bekommt die Seite Besucher, die tatsächlich das tun, was du dir erhoffst – ein Produkt kaufen, ein Beratungsgespräch vereinbaren, Informationen herunterladen etc.

Tools: