Deshalb ist Usability Optimierung so wichtig

Dell hat es vorgemacht: Die Usability Optimierung seiner Shops ließ den Umsatz von 1 Mio. US-Dollar pro Tag im September 1998 auf 34 Mio. im März 2000 hochschnellen. Es waren nicht verbesserte Produkte, sondern die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit, die Dell diese Umsatzsteigerung bescherte.

Auch Staples.com hat diesen Weg erfolgreich beschritten. Das US-amerikanische Unternehmen hat sich in der Vergangenheit sehr stark mit der Anwenderfreundlichkeit seiner Websites auseinandergesetzt. Es wurden viele Stunden investiert, um in Erfahrung zu bringen, welche Nutzergewohnheiten die Kundengruppe von Staples hat und wie die Ausstattung beschaffen ist, die den Käufern dafür zur Verfügung steht. Auch mit Fragen zum Support wurde sich ausgiebig befasst.

Das Ergebnis ist beeindruckend:

  • 67 % mehr Stammkunden,
  • 31 – 45 % weniger Besucher verlassen die Seite vorschnell,
  • 80 % erhöhte Besucherzahlen
  • und natürlich eine deutliche Steigerung des Umsatzes.

Hinzu kommt, dass eine schnellere, optimierte Webseite auch meist bei Google besser gefunden wird. Usability Optimierung lohnt sich also gleich doppelt.

Würden Sie gerne in einer Baustelle einkaufen?

Denken Sie einfach mal an Ihren wöchentlichen Lebensmitteleinkauf? Würden Sie gerne über Ziegelsteine klettern, durch Pfützen waten und stundenlang die Milch suchen? Wohl kaum. Nicht umsonst sind Supermärkte führend, wenn es darum geht, die neuesten Erkenntnisse der Psychologie umzusetzen und eine Shopping Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.

Genau deshalb finden Sie großzügig und einladend präsentiere Waren vor. Das Licht schmeichelt, die Musik lullt sie ein und ein rutschiger Boden zwingt Sie langsam durch den Supermarkt zu schlendern, damit Sie alle tollen Angebot auch wirklich sehen. Wenn Sie dann Ihren Einkauf erledigt haben, dürfen Sie sich zur Belohnung vor der Kassse auch noch ein hochpreisiges “Leckerli” gönnen.

Zufall?

Nein, das ist natürlich Berechnung und befriedigt die Bedürfnisse der Kunden. Im Online Business gelten sinngemäß die gleichen Gesetze. Selbstverständlich wollen Sie das Produkt, das Sie so lange im Netz gesucht haben auf der Webseite auch tatsächlich finden und kaufen. Schöne Fotos sollten es in seiner ganzen Pracht zeigen, die Produktbeschreibung alle Ihre Fragen beantworten. Und vor allem wollen Sie ein schnelles Ergebnis und nicht ständig auf falsche Sachen klicken.

Und so erhöhen Sie Ihren Umsatz…

Schritt 1: Meta Tags optimieren

Die Usability Optimierung beginnt bereits bei der Gestaltung der Meta Tags Ihrer Homepage. Diese Informationen helfen nicht nur bei einem besseren Suchmaschinen Ranking. Sie helfen auch dabei in den Suchergebnissen eine höhere Click-Through-Rate zu erreichen und somit mehr Traffic zu generieren.

Denn gut formulierte Seitentitel und Beschreibungen stellen sicher, dass der Google User sofort erkennt, ob Ihre Webseite das bietet, wonach er gesucht hat. Die Keywords, auf die diese Seite optimiert wurde, sollten unbedingt mit den Meta Tags in Zusammenhang stehen. So entsteht ein durchgehender Prozess, der die Wahrscheinlichkeit, dass der Google User auf Ihre Webseite klickt und in weiterer Folge zum Kunden wird, deutlich erhöht.

Optimale Gestaltung am Beispiel des größten Online Shops der Welt, Amazon:

Meta Tag Title: Amazon.de: Günstige Preise für Elektronik & Foto, Filme, Musik, Bücher, Games, Spielzeug & mehr

Meta Tag Description: Entdecken, shoppen und einkaufen bei Amazon.de: Günstige Preise für Elektronik & Foto, Filme, Musik, Bücher, Games, Spielzeug, Sportartikel, Drogerie & mehr bei Amazon.de

Optimierte Keywords: Amazon.de, Bücher, Elektronik, Filme, Games, Sportartikel, Schuhe, Spielzeug, Drogerie, Musik, MP3

Schritt 2: Geschwindigkeit

Wahrscheinlich ist Ihnen nicht bewusst, dass die Gruppe der User, die nicht über eine schnelle Internetverbindung verfügt noch immer im zweistelligen Bereich rangiert. Demzufolge ist ein langandauernder Seitenaufbau ein echtes Manko bei der Usability.

Gestalten Sie Ihre Seiten in jedem Fall auf kurze Ladezeiten, wenn Sie die Benutzerfreundlichkeit aber auch Ihr Google Ranking günstig beeinflussen wollen.

Konkret heißt das:

  • Wenig Bilder: Verwenden Sie möglichst wenig Bilder.
  • Auflösung verringern: Wenn Sie Bilder verwenden, optimieren Sie diese für den Gebrauch im Web. Also keine 1MB Bilder verwenden
  • Kleinere Bilder zusammen fassen: Fassen Sie kleinere Bilder, die häufig vorkommen in sogenannten Sprites zusammen.
  • Effekte reduzieren: Verzichten Sie auf tolle Effekte oder lassen Sie diese erst später oder nur bei bestimmten Benutzern laden.

Schritt 3: Gestalten Sie Ihre Seite übersichtlich

Von manchen Seiten ist es bekannt, dass sich durchaus vorhandene Buttons nicht finden lassen. Zum Beispiel der Button, der es dem Benutzer erlaubt, sein Vertragsverhältnis zu beenden. Wenn der Button dieses Schicksal nun auch mit dem »Kaufen«-Button teilt, sieht es schlecht aus für Ihre Umsätze.

Im Sinne der Usability achten Sie deshalb bei der Gestaltung darauf, dass die wichtigsten Dinge immer leicht zu finden sind und sich in Ihrer Gestaltung deutlich abheben.

Konkret heißt das:

  • Wichtige Dinge prominent platzieren: Stellen Sie die wichtigsten Dinge in den Vordergrund
  • Eindeutigkeit: Benutzen Sie eindeutige Buttons, um Benutzer auf etwas hinzuweisen

Schritt 4: Gestalten Sie die Seite für Ihre Zielgruppe

Ein Beispiel: Ihre Lieblingsfarbe ist Türkis. Von Ihrer Zielgruppe wissen Sie aber, dass sie zu mehr als 90 % die Farbe Schwarz bevorzugt. Gestalten Sie Ihre Website jetzt in Türkis? Nicht Ihnen soll die Seite gefallen, die Seite soll den Kunden gefallen.

Finden Sie heraus, was Sie über die Vorlieben Ihrer Zielgruppe in Erfahrung bringen können und gestalten Sie entsprechend.

Konkret heißt das:

  • Vorlieben erkennen: Fragen Sie z.B. in einem Forum, welche Farben Ihre Zielgruppe mit Ihrer Dienstleistung verbindet.
  • Vorlieben bedienen: Gestalten Sie Ihre Webseite zielgruppengerecht. Kaufen eher Ältere Menschen bei Ihnen, sollten Sie z.B. eher größere Schrift verwenden.

Schritt 5: Bedenken Sie die Monitorgrößen beim Anwender

Zur Benutzerfreundlichkeit gehört es, auch an die Monitorgrößen der User zu denken. In Ihrem Unternehmen steht dem Gestalter sicher ein ansprechend großer Monitor zur Verfügung. Das ist den vielen Werkzeuge geschuldet, die er für seine Arbeit benötigt. Beim Kunden dürfen Sie nicht davon ausgehen, dass er einen ebenso großen Monitor benutzt. Vielleicht betrachtet er Ihre Seite auch nur am Notebook. Trotzdem soll er die Seite mit einem Blick erfassen können, ohne die wichtigsten Informationen erst durch Scrollen zu sehen bekommen. Immer wichtiger wird in diesem Zusammenhang auch, dass sehr viele Leute Smartphones verwenden, um das Web zu durchforsten.

Konkret heißt das:

  • Responsive Design: Gestalten Sie für Monitore mit einer Auflösung von höchstens 1024 x 768 Pixeln. Gestalten Sie ggf. manche Inhalte dynamisch, sodass Leute mit einem großen Monitor mehr sehen können. In der Fachsprache spricht man hier von einem responsive Design. Um zu sehen, wie das funktioniert, können Sie einfach mal Ihr Browser-Fenster etwas verkleinern 😉
  • Mobile Design: Da immer mehr Menschen Smartphones zum Surfen verwenden, sollten Sie Ihre Seite hierfür optimieren. Ein responsive Design erfüllt diese Anforderungen.

Schritt 6: Gestalten Sie barrierefrei

Wenn Sie die Usability Ihrer Seiten verbessern wollen, legen Sie die Gestaltung so an, dass auch Menschen mit Einschränkungen Ihre Website gut nutzen können. Hierzu zählt eine Steuerung der verschiedenen Elemente per Tab sowie ein Design, dass man auf Wunsch wechseln kann.

Besonders Personen, die auf ein hohes Kontrastverhältnis angewiesen sind, werden davon profitieren. Dabei ist es interessant zu wissen, dass eine Vielzahl an Personen als schwerbehindert gilt. Sie verbringen jedoch mehr Zeit im Internet, als andere. Und sie besitzen Kaufkraft.

Sehbehinderte brauchen zudem die beschreibenden alt-Texte bei Bildern. Bei Buttons, die als Bild angelegt sind noch mehr. Dann wird ihnen nämlich vorgelesen: „Kaufen“.

Konkret heißt das:

  • Steuerung Ihrer Webseite mit Tabs
  • Hohes Kontrasverhältnis
  • Bilder mit Alt-Attributen hinterlegen

Schritt 7: Drücken Sie sich klar und deutlich aus

Stellen Sie Ihre Informationen kurz und knapp dar. Wenn der Benutzer sich einen ersten Überblick verschaffen will, sind einführende Informationen zunächst ausreichend. Überfordern Sie ihn nicht mit ausgefeilten Details, sondern fassen Sie das Wichtigste kurz und knapp zusammen.

Konkret heißt das:

  • Benutzen Sie eindeutige Überschriften
  • Fassen Sie wichtige Inhalte noch einmal kurz zusammen
  • Bauen Sie Unterseiten für weiterführende Informationen
  • Verzichten Sie darauf Wörter und Sätze komplett in Großbuchstaben zu schreiben.
  • Schreiben Sie verständlich: Verzichten Sie auf Abkürzungen, die Ihre Kunden möglicherweise nicht verstehen.

Schritt 8: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Vielleicht bieten Sie einen Artikelkatalog von 1.000 Produkten rund um das Auto an. Verzichten Sie dringend darauf, möglichst alle Artikel schon auf der Starseite zu präsentieren und schaffen Sie eine logische und einfache Linkstruktur. Fassen Sie dazu die Artikel in Gruppen zusammen und bieten Sie sie auf eigenen Unterseiten an. Fügen Sie eine Suchfunkton ein und schlagen Sie selbst sinnvolle Verknüpfungen vor.

Kurz gesagt: Schaffen Sie verschiedene Möglichkeiten für die Benutzer Ihre Informationen zu finden.

Konkret heißt das:

  • Verlinken Sie ähnliche bzw. weiterführende Informationen
  • Bauen Sie eine Suchfunktion ein
  • Schaffen Sie eine logische, einfache Linkstruktur

Schritt 9: Erfinden Sie das Internet nicht neu

Im Laufe der Geschichte des Internets haben sich Standards etabliert, an denen auch Sie sich orientieren sollten, wenn Sie die Usability verbessern wollen. Dazu gehören neben anderem unterstrichene Links. Benutzen Sie das Stilelement der Unterstreichung nicht zu sonstigen Zwecken, Ihr Anwender wird mit Sicherheit dahinter einen Link vermuten.

Im deutschsprachigen Raum ist es darüber hinaus üblich von links nach rechts zu lesen. Die Benutzer vermuten deshalb oben und links die wichtigsten Informationen.

Konkret heißt das:

  • Verwenden Sie Unterstreichungen möglichst nur bei Links
  • Die Hauptnavigation sollte sich oben oder links befinden
  • Übernehmen Sie die Hauptnavigation auf jeder Seite

Schritt 10: Helfen Sie dem Benutzer sich zurechtzufinden

Manche Seiten bieten umfangreiche Information an, die tiefer und tiefer in das Webprojekt führen. Wahrscheinlich haben Sie selbst eine solche Linkstruktur angelegt. Und es schadet auch nicht – außer, der Kunde findet den Ausgang oder das zu kaufende Produkt nicht mehr. Achten Sie deshalb darauf, dass der Interessierte mit einem Klick zumindest zurück zur Startseite gelangen kann.

Konkret heißt das:

  • Die Startseite sollte von jeder Seite erreichbar sein
  • Verwenden Sie überall dieselben Begriffe: Ein Warenkorb bleibt ein Warenkorb und darf auf einer Unterseite nicht plötzlich Einkaufswagen heißen.
  • Gestalten Sie die Seite übersichtlich: Vermeiden Sie ein optisches Chaos, Farben und Formen der Grafiken und Bilder sollten aufeinander abgestimmt und stimmig sein.
  • Verwenden Sie Breadcrumbs, damit der User sieht, welchen Pfad er genommen hat
  • Bauen Sie “Abkürzungen” für geübte Benutzer ein

Schritt 11: Fesseln Sie Ihre Kunden

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen leicht zu erfassenden Informationen und bedeutenden Inhalten kommt jeder Website zugute. Die Aufmerksamkeitsspanne, über die der Mensch im Internet verfügt, lässt sich nicht mit der vergleichen, die er zum Beispiel für ein Buch aufbringen kann.

Bringen Sie die Inhalte, die Sie vermitteln wollen deshalb in Headlines unter, damit der Leser sie schnell findet. Erst wenn er sicher ist, sich auf der Seite zu befinden, die hat was er sucht, wird er verweilen und sich Ihren Inhalten widmen.

Auch Google bewertet einen guten Seitenaufbau mit Überschriften, etc positiv!

Konkret heißt das:

  • Geben Sie dem Benutzer die wichtigste Information am Anfang der Seite
  • Heben Sie das Wichtigste in Headlines hervor
  • Zwischenüberschriften helfen bei der Orientierung

Schritt 12: Usability und Suchmaschinenoptimierung

In SEO-Foren liest man häufig die Frage, ob man lieber für Suchmaschinen oder für Benutzer optimieren sollte. Dabei liegt die Antwort auf die Hand: Suchmaschinen helfen Benutzern Ihre Seite zu finden. Doch die Benutzer müssen sich auf Ihrer Seite zurecht finden.

Ins gleiche Horn stößt auch Google: Eine Seite sollte schnell, übersichtlich und klar strukturiert sein.

Konkret heißt das:

  • Texte für Benutzer schreiben: Die Texte auf der Webseite sollen für Ihre Kunden und nicht für Suchmaschinen geschrieben sein. Das bedeutet nicht auf Keywords im Text zu verzichten, sondern den Content informativ und gleichzeitg spannend zu verfassen.
  • Regelmäßig aktualisieren: Regelmäßige Aktualisierung wirkt auf Kunden und Suchmaschinen attraktiv.

Schritt 13: Lassen Sie Ihre Seite von anderen Personen testen

Etwa 40 gängige Fehler führen dazu, dass Sie weniger aus Ihrem Web-Auftritt herausholen, als darin stecken kann. Wenn Sie nur etwa 20 davon beseitigen, kann Ihr Umsatz eine deutliche Steigerung erfahren. Für Sie wird Ihre Website immer funktionieren, Sie kennen sie wie Ihre Westentasche. Unzulänglichkeiten werden Ihnen nicht auffallen.

Diverse Studien haben gezeigt, dass schon eine Testperson bis zu 30% der “Usability Fehler” einer Webseite entdeckt. Drei Personen entdecken ca. 70% und fünf Personen fast 90% der Fehler.

Kleinere Fehler oder fehlende Erklärungen können bei einer Verbesserung schnell eine höhere Conversion von 1% oder mehr bedeuten.

  • Fazit: Verwenden Sie Testpersonen
  • Fazit: Verwenden Sie Testpersonen
  • Fazit: Verwenden Sie Testpersonen

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